Hieronymus Bosch "Der Garten der Lüste"

Schrift

Schrift links: Ipse dixit et facta sunt, rechts: ipse mandavit et creata sunt.
Psalm 33,9 und 148,5: "Weil er es selbst gesagt hat, ist alles entstanden. Er selbst hat befohlen, was da geschaffen wurde".

Glum S. 16 versucht die Inschriften aus ihrem Pslamenkontext und im Rahmen seiner Interpretation der Rückseite als Darstellung des Zustandes der Erde nach der Sintflut zu deuten. Psalm 33,9 läßt sich als Warnung vor dem göttlichen Zorn lesen, denn er, der alles geschaffen hat, kann auch alles zerstören. Offenbar war es möglich bzw. üblich, darin auch einen Verweis auf die Sintflut zu sehen, in der Gott diese Möglichkeit bereits einmal (fast) wahr gemacht hat. Glum argumentiert, das eine solche Androhung göttlicher Macht wenig Sinn hat in einer Welt, die gerade erst geschaffen wurde, und auf der noch gar keine Menschen leben.

Eine mögliche Assoziation an dieser Stelle: der Psalm steht im Zusammenhang mit König David, und im Höllenteil des Tryptichons taucht eine Harfe auf, die traditionell das Instrument König Davids ist.