Hieronymus Bosch "Der Garten der Lüste"

Schweine

Zum Schwein haben wir eine passende Deutung bei Schmidtke, S. 405-407, gefunden: Schweine liegen in Mist und Kot, und beschmutzen sich - das ist der Mensch, der sich mit Sünden besudelt. Das paßt sehr schön in die böse Seite des linken Flügels. Die Auslegung läßt sich auch auf Ehebruch verengen, worauf im Bild evtl. die vielen Ferkel hinweisen könnten.

Das Tier, das vor dem Schwein herumtanzt (?), konnten wir nicht identifizieren.


Im Psalter heißt es: "Petra refugium erinaciis" (Ps. 103,18), was beispielsweise bei Notker gedeutet wird als "CHRISTVS ist petra. er sî fluht erinatiis. id es peccatoribus (Christus ist der Stein, er sei die Flucht des erinacius, das heißt des Sünders)". Erinacius ist eigentlich ein Igel, scheint aber auch als Stachelschwein identifizierbar gewesen zu sein. Das Stachelschwein stünde dann für den sündigen Menschen, der seine Zuflucht bei Christus sucht, was zumindest gut in die Gesamtdeutung paßt.
(Vgl. Notker, S. 495ff. und Müller.)