Hieronymus Bosch "Der Garten der Lüste"

Der Felsen des Bösen

Der Felsen rechts fällt zunächst auf, weil er sehr tot wirkt, verglichen mit dem Leben um ihn herum. Auf dem Felsen wächst ein Baum, um den sich eine Schlange windet: offenbar der Baum der Erkenntnis.

Damit erhalten auch die monströsen Tiere und Kröten einen Sinn, die da aus dem Wasser auf den Felsen kriechen: sie verlassen das Wasser des Brunnens, und damit das Leben, das Christus ist, und fliehen zum Bösen. Einige dieser Tiere sehen wie Eidechsen aus, die Bax (1979, S. 146) als Höllentiere und Symbole des Teufels identifiziert.

Identifiziert man den Brunnen mit Christus, und geht vom gleichen Betrachtungstandpunkt aus, wie bei Christus im unteren Bildteil, dann sind die guten Tiere zur Rechten, und die Bösen zur Linken des Herrn, die klassische Aufteilung.

Damit korrespondiert sehr schön die Gruppe der Tiere, die am linken Rand aus dem Wasser trinkt.