Johannes von Zazenhausen

Über diese Liste Datumsansicht Baumansicht Betreffansicht Autorenansicht Attachement-Sicht

Autor: Klaus Graf (graf@uni-koblenz.de)
Datum: 14.01.2003 - 03:41 CET


Hoffen wir mal, dass diese dem Verfasserlexikon unbekannte bedeutende
Hs. nicht direkt aus dem Besitz von Ysenburg-Buedingen stammt und der
Fuerst nicht auch seine Bibliothek oder Hss. verscherbelt ...

Zu Johannes online:
http://www.bautz.de/bbkl/j/Johannes_v_zaz.shtml

Klaus Graf

***

http://stuttgarter.antiquariatsmesse.de/katalog/index.html?ninhaber=26

Johannes von Zazenhausen.
Passionsgeschichte »Historia passionis, dt.«. Illuminierte Handschrift
auf
Pergament. Rheingebiet (Mainz ?) oder Trier, dat. 1464. Pergament, 72
Bll.
(fols. 71 und 72 leer), 262x182 mm. Textura in dunkelbrauner Tinte, wohl
von
einer Hand. 1 Zierinitiale über 5 Zeilen zu Beginn des Textes, 1
ganzseitige
Wappenseite, 21 Miniaturen in Deckfarben u. Gold. Kalbsledereinband d.
Zt.
über Holzdeckeln.

Die kostbar illuminierte Handschrift enthält ein in insgesamt nur acht
weiteren
Textzeugen überliefertes Passionstraktat, das von dem
Franziskanertheologen Johannes von Zazenhausen verfaßt wurde. Aus dem
schwäbischen Zazenhausen bei Stuttgart gebürtig, war Fr. Johannes
offenbar
Mitglied des Mainzer Franziskanerklosters St. Moritz, bevor er 1362 als
Weihbischof nach Trier berufen wird, wo er auf Bitten des Mainzer
Erzbischofs
Gerlach von Nassau (1346-1371) das Passionstraktat schreibt. Eine
autographe Handschrift des Textes ist nicht bekannt. Die früheste
erhaltene
Handschrift des Traktats liegt im Wiener Codex 3023 vor, der im
hessischen
Raum um 1370/80 geschrieben wurde. Mit Ausnahme des hier vorliegenden
Dedikationsexemplars für Ludwig II. von Ysenburg-Büdingen (+ 1511) sind
alle
weiteren Textzeugen Bestandteil von Sammelhandschriften und nicht
bebildert. Unsere Handschrift reiht sich in die relativ umfangreiche
Gruppe
deutschsprachiger bebilderter Passions- bzw. Leben-Jesu-Traktate ein,
die
um die Mitte des 15. Jhs. für den Gebrauch durch Laien angefertigt
wurden.
Ganzseitige Darstellungen, die die Wichtigkeit der jeweiligen Stationen
der
Leidensgeschichte Christi evozieren, wechseln mit Illustrationen in der
Größe
einer halben Seite. Als mögliche ikonographische Vorbilder sind an
erster
Stelle die `Große Passionstafel´, um 1425-1440, ein Tafelgemälde im
Wallraf-Richartz-Museum mit 24 Szenen der Passion, und das `Andachtsbild
des Lebens Jesu´, eine um 1450 entstandene Tüchleinmalerei mit 12
Szenen,
zu nennen. Die Heranziehung von stilistischen Vorbildern für die 21
Miniaturen
zur Leidensgeschichte Jesu, in leuchtenden, klaren Deckfarben gemalt
unter
Hervorhebung der Nimben durch Blattgoldauflage, fällt hingegen schwerer.
Aus dem Mainzer Franziskanerkloster sind insgesamt nur fünf
Handschriften
erhalten, keine mit Buchmalerei. Die Trierer wie die Mainzer Buchmalerei
ab
der Mitte des 15. Jhs. bietet ebenfalls nichts Vergleichbares. Das nur
zwei
Jahre nach dem Passionstraktat entstandene Pontifikale Adolfs II. v
[Rest fehlt online]

Preis: 635000,- EUR

Aussteller:

Dr. Jörn Günther · Antiquariat
Baron-Voght-Straße 27
D-22609 Hamburg

Telefon: (040) 82 25 10
Fax: (040) 82 25 12 00
Guenther.Rarebooks@t-online.de


Über diese Liste Datumsansicht Baumansicht Betreffansicht Autorenansicht Attachement-Sicht

Dieses Archiv wurde generiert von hypermail 2.1.4 : 04.03.2003 - 13:37 CET